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Die Café-Magie

Treffen wir uns auf einen Kaffee? Das 1. Date, Freunde treffen, alleine den Gedanken nachhängen, bloggen, aufwärmen, Geschäftstermine, lesen, Kaffee trinken –  es gibt unzählige Gründe ein Café zu besuchen. Die Auswahl dieser feinen Plätzchen ist riesig, da man nicht nur zwischen den gastronomischen Angebotsthemen wie z.B. Macaron-Cafés, Schokoladen-Cafés und Teestuben wählen kann, sondern auch noch zwischen immer neuen Themen-Café-Ideen, z.B. Strick-Cafés, Katzen-Cafés und Bücher-Tausch-Cafés. Und als wäre das nicht schon genug, gibt es noch eine riesen Auswahl von Cafés an den unterschiedlichsten Orten, wie z.B. in Gewächshäusern, in alten Industriebrachen und in Güterwaggons.

Doch was aber haben alle gemeinsam, was ist die Magie? Der Kaffee etwa? Die feinen Torten? Ich wage mal den Versuch, eine Antwort darauf zu finden.

Fangen wir einfach mal hinten an:  Wenn man das Café wieder verlässt, fühlt man sich wunderbar leicht, entspannt, warm, inspiriert und mitten im Leben. Denn der Schauplatz Café IST mitten im Leben. Das echte Leben spielt sich dort ab, drinnen und natürlich auch draußen auf der Straße. Menschen kommen und gehen, manche bleiben viele Stunden. Sie setzten sich am liebsten ans Fenster, gefolgt von Nischenplätzen und Wandplätzen. Zu letzte werden die Plätze in der Mitte des Raumes belegt. Das ist auch so ein Phänomen für sich – aber es geht mir genauso. Wer sitzt schon gern auf dem Präsentierteller. Denn was ist typisch für ein Café? Richtig, die beobachtenden Menschen.  Keiner kann sich davon ausnehmen, denn es ist ja gerade das Spannende an so einem Cafébesuch. Warum sind wohl Fensterplätze so beliebt? Genau aus dem Grund, und vor allem kann man von hier auch noch das vorbei ziehende Leben auf der Straße beobachten.

Da ist die Frau im roten Mantel, die energischen Schrittes die Straße entlang eilt, einen leicht verwirrten Eindruck macht und trotzdem umgibt sie ein Lächeln.

Da ist der ältere Mann, der gebeugt und leicht humpelnd, nur mit einer Plastiktüte bepackt, die Straße entlang läuft – gezeichnet vom Leben.

Da ist das kleine Mädchen, an Omas Hand, das fröhlich hüpfend neben ihr geht und scheinbar ihren Geschichten lauscht.

Ich sitze am Fenster und muss lächeln, während ich ihnen so zuschaue. So hat jeder Mensch seine ganz eigene Geschichte. Das, was ihn bisher geprägt hat, um der zu werden, der er heute ist. Mit all seiner Persönlichkeit. Mit all seinen Lach- und Sorgenfalten. Mit all seinen Träumen und Wünschen. Mit seiner ganz eigenen Vorstellung vom Glück. Ich nippe an meinem Kaffee und schon werde ich aus meinen Gedanken durch eine nette Stimme gerissen „haben Sie noch einen Wunsch“? Das Lächeln erwidernd antworte ich „Nein, vielen Dank, wunschlos glücklich“ 🙂