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Märchenhotel – Bernkastel-Kues

+++ Update: Anfang 2019 fand ein Betreiberwechsel statt, eine Aktualisierung wird folgen. Mein Beitrag s.u. bezieht sich auf meinen Besuch im Herbst 2017 +++

 

Es war einmal ein märchenhaftes kleines Städtchen, welches direkt an der Mosel lag. Ein kleiner Spaziergang entlang der romantischen Gassen, die gesäumt waren von historischen Giebelfachwerkhäusern, führte langsam hinauf zu einem Häuschen der ganz besonderen Art – dem Märchenhotel aus dem Baujahr 1640.

Die rote Außenfassade, die roten Decken auf den Außenbänken, rotweiße Blumen – Schneeweißchen und Rosenrot wären begeistert gewesen. Zufälligerweise ist diesen beiden Märchenfiguren auch jeweils eines der insgesamt 15 Themenzimmer gewidmet. Doch das war noch längst nicht alles – ob Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel oder Sterntaler, jedes Zimmer erzählt seine ganz eigene Geschichte und es fühlte sich an, als sei man mittendrin. So, wie man sich damals fühlte, wenn man auf Omas Schoß saß, und sie aus einem dicken Märchenbuch vorlaß.

Meine Auswahl fiel allerdings auf „die Prinzessin auf der Erbse“. Nicht, dass es früher mein Lieblingsmärchen gewesen wäre, aber die Gestaltung des Zimmers sah auf den Bildern der Homepage schon so gut aus, dass ich es unbedingt live erleben wollte. Und so konnte man sich kaum sattsehen, an diesem zauberhaften Bett aus vier verschiedenen Matratzen, die alle samt in bunten Stoffbezügen verpackt, ein wundervolles Bild ergaben. (Nein, ich habe nicht nach der Erbse zwischen den Matratzen gesucht 😉 ).

Die private Sauna ist übrigens auch ein weiteres Highlight dieses Zimmers der Romantikkategorie, ebenso das frische Obst sowie ein kleines Fläschchen Wein und eine Wasserkaraffe. Eben ein erstklassiger Service, nicht umsonst ist das Märchenhotel auch mehrfach ausgezeichnet. Das könnte wiederum daran liegen, dass es bereits von Anfang an als Familienbetrieb geführt und nun schon in der 10. Generation von Familie Krebs geleitet wird.

Später am Nachmittag spazierten wir noch einmal durch die wunderschöne Altstadt in Richtung Moselufer, wo wir zufällig noch den letzten gelben Kleinbus (ein Spezialfahrzeug, um den enormen Höhenunterschied zu bewältigen) zur Burg Landshut erwischten. Nach einer ca. 15 minütige Fahrt durch steile und enge Gassen mitten durch die Weinberge erreichten wir die Burg, die majestätisch hoch oben über der Stadt thront. Von dort hatte man einen fantastischen Ausblick über Bernkastel-Kues. Sehr zu empfehlen ist auch das Restaurant im Burginnenhof, welches mit Panoramafenstern und einer leckeren Speisekartenauswahl ein ebenfalls feines Plätzchen anzubieten hat.

Den Rückweg kann man sehr gut zu Fuß antreten, wo man nach einem wunderschönen ca. 20-minütigen Spaziergang durch die Weinberge wieder die Stadtmitte am mittelalterlichen Marktplatz endend erreicht. Absolut zu empfehlen. Man könnte sich danach kaum besser fühlen.

Zum Abendessen hat man eine große Auswahl an netten kleinen Restaurants und Weinstuben, oder man entscheidet sich für das Restaurant im Märchenhotel, welches u.a. natürlich auch thematisch passende Märchenmenüs anbietet. Ein heißer Kakao zum Abschluss unter den warmen roten Decken auf den Außenbänken vor dem Hotel – einfach zum Träumen schön.

Und so konnte ich wunderbar schlafen, was aber bestimmt nicht nur am abendlichen Schlummertrunk lag, sondern vor allem an dem unglaublich tollen Bett – welches als Matratzenburg seinem Namen alle Ehre machte – wie eine Prinzessin auf der Erbse eben. Zum Glück ohne Erbse :-P. Man wollte am nächsten Morgen gar nicht mehr daraus aufstehen.

Vielen Dank an Familie Krebs und ihr gesamtes Team, die alle ausnahmslos freundlich und aufmerksam waren sowie stets ein fröhliches Lächeln im Gesicht hatten. Genau das ist es, was einem Hotel erst den letzten Schliff verleiht – und seine Gäste begeistern lässt. Wenn dann noch ein fein ausgearbeitetes Thema den Hauch der alten Gemäuer aufatmen lässt und seine Gäste in eine Fantasiewelt einlädt, die sehr detailgetreu gestaltet wurde, dann hat man als Gast das wunderbare Gefühl, etwas ganz besonderes teilen zu dürfen. Daran erinnert wird man nicht zuletzt durch das Marmeladengläschen, welches als Geschenk beim Auschecken überreicht wird.

P.s.: und wenn Sie nicht gestorben sind … dann kommen sie bestimmt auch morgen wieder 🙂

https://maerchenhotel.com/