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most important – das Hotelbett

Die Tür geht auf und die innere Stimme sagt „wow“ – DAS ist mal ein himmlisches Bett 🙂 Diesen Effekt sollte eigentlich jedes Hotel haben, gerade in Zeiten von Social Media & Co, wo der Hotelaufenthalt (zumindest wenn das Fotomotiv einigermaßen begeisterungstauglich ist) gern mal mit einem kleinen Schnappschuss festgehalten und mit Freunden geteilt wird. Bessere Werbung und dazu noch völlig kostenfrei wird man kaum bekommen. Und ich möchte mal behaupten, das meist fotografierte Motiv im Hotel ist das Bett. Überraschenderweise ist es ja auch DAS Wichtigste in einem Hotel (natürlich neben dem Hotelteam :-))

Was liegt da näher, das man diesem Schatz auch die größte Aufmerksamkeit schenkt? Es reicht längst nicht mehr, nur ein vernünftiges Bettgestell mit einer sauberen Matratze und einem Standardkissen anzubieten. Betthupferl hin oder her. Auch wenn diese Kombination seinen Zweck bestimmt voll erfüllt, keine Frage, aber die Gäste wollen mehr (schließlich möchte man auf Reisen genauso gut schlafen wie Zuhause). Vor einigen Tagen bat ich unsere Hausdame für einen Gast ein Nackenstützkissen ins Zimmer zu legen – „haben wir leider nicht, unsere Geschäftsführung untersagt die Anschaffung“. Mamma Mia, wir sprechen wohlgemerkt vom Jahr 2018, wo gefühlt jeder zweite Mensch Rückenbeschwerden hat und wir bieten auf Wunsch keine Nackenstützkissen im First-Class-Hotel? Ein Grund mehr für diesen Blogbeitrag.

8 Tipps für DAS Hotelbett

Die Größe: für Einzelzimmer sollten es mindestens Betten von 1,00 Meter Breite sein, besser man nimmt gleich 1,40 Meter, was die meisten Gäste von Zuhause gewohnt sein dürften und auch häufig nachfragen (lässt sich zur Not auch mal als Doppelbett verkaufen). In Doppelzimmern empfiehlt sich mindestens 1,80 Meter Breite. Ein kleiner Tipp: je nach Hotelgröße kann man auch einige Zimmer mit Betten in Überlänge ausstatten (2,20 Meter Länge), für extragroße Menschen, die bestimmt begeistert sein werden.

Das Bettgestell: viele Hotels verwenden Boxspringbetten, da sie als Schlafsystem für eine große Anzahl an Gästen (egal ob leicht- oder schwergewichtig) geeignet sind. Aber auch die „normalen“ Betten, die über einen höhenverstellbaren Lattenrost verfügen, ergänzt durch eine vernünftige Matratze (siehe nächster Punkt), erfüllen ihre Funktion.

Die Matratze: Wer schon mal aufgrund Rückenbeschwerden eine Matratze gesucht hat, weiß, wie schwer die Auswahl sein kann, da jeder Mensch unterschiedlich gebaut ist und dazu noch unterschiedliche Schlafgewohnheiten hat. Wie soll man da die universell passende Matratze finden? Nun kann als Hotel in die Trickkiste greifen und einfach unterschiedliche Matratzenhärtegrade anbieten oder man versucht es mal mit dem schwedischen Konzept der Firma YouBed, wo sich per Hand nicht nur verschiedenen Komfortzonen der Matratze einstellen lassen, sondern sogar auch der Härtegrad! Ich muss sagen: DAS ist doch mal eine Innovation.

Der Schonbezug: Sowohl für die Matratze, als auch für das Kopfteil gibt es hochwertige und vor allem gut waschbare Schonbezüge, die bei der Matratze dafür sorgen, dass je nach Produkt möglichst wenig bis keine Flüssigkeiten, Viren und Hautschuppen von den Gästen in die Matratze eindringen können. Und beim Kopfteil verhindert der Schonbezug, dass sich Flecken vom Anlehnen der Gäste ergeben. Außerdem gibt es diesen in schicken Farben und kann somit ein schlichtes Bett schnell etwas Glanz verleihen.

Die Bettwäsche: Als Bettbezüge kommen unterschiedlichste Varianten in Betracht, lobenswert ist natürlich ein Produkt aus zertifizierter Bio-Baumwolle. Atmungsaktiv ist wichtig, ebenso eine einfache Handhabung für das Housekeeping-Team. Als Bezugsfarbe ist reines Weiß nach wie vor der Spitzenreiter.

Das Oberbett: Der Jahreszeit angepasst sollte das Oberbett (also die Bettdecke) den Gast optimal zudecken und atmungsaktiv sein. Viele Gäste bevorzugen Daunen als natürliches tierisches Produkt. Auch hier sollte man sich über die Herkunft Gedanken machen – zum Glück gibt es Produkte mit dem „Downpass“, der eine komplett rückverfolgbare Lieferkette auszeichnet, wo die Betriebe eine artgerechte Tierhaltung mit ausreichend Futter, Schutz und Betreuung der Tiere gewährleisten.

Die Kissen: Stichwort Kopfkissenmenü – es muss nicht die gleich die ganze Palette sein, aber der Gast sollte schon zwei verschieden große und unterschiedlich befüllte Kissen auf dem Bett vorfinden (Kissen dienen übrigens auch wunderbar dem Hygge-Faktor), denn das richtige Kopfkissen ist auch eine Philosophie für sich. Auf Wunsch sollten auch Nackenstützkissen zur Verfügung stehen, die immer beliebter werden und von vielen Gästen im Hotel erwartet werden. Auch die Reinigung der Kissen sollte nicht vernachlässigt werden – kaum etwas ist beim Einschlafen störender als ein stinkendes Kopfkissen.

Die Deko: Last, but not least kommt ein ebenfalls genau so wichtiger Punkt, der entscheidend für den 1. Eindruck des Gastes ist und maßgeblich für den Wow-Effekt sorgt: die Dekoration des Bettes. Wie oben schon erwähnt ist das Bett längst mehr, als eine simple und funktionelle Schlafmöglichkeit. Die meisten Gäste schauen sich vor der Buchung zunächst ein paar Fotos des Hotels an – schon hier bietet es sich an, mit hübsch angerichteten Betten die Gäste auf sich aufmerksam zu machen. Eine ganz einfache und relativ günstige Variante ist, ein oder zwei dekorative Kissen mit einem schicken und ansprechenden Bezug (in Abgrenzung zur weißen Bettwäsche) auf dem Bett zu drapieren. Häufig lassen sich die verwendeten Farben auch noch mal in einem Bettläufer wiederfinden. Natürlich sind diese Dekostoffe hygienetechnisch etwas fraglich, da sie wahrscheinlich nicht bei jedem neuen Gast gereinigt werden.

P.s. man kann das Bett übrigens auch noch mit einem Beleuchtungskonzept in Szene setzen, z.B. als Rundumbeleuchtung des Bettkastens wie auf dem Titelbild – welches übrigens schon vor 3 Jahren in einem Hotel in Dänemark entstanden ist – der Hygge-Hochburg 🙂