Menschen & Glück

Ich wollte schon immer mal …

… und was daraus alternativ am Ende wurde 😉

Aber zurück zu Anfang, jedem spukt dieser Satz des Titels (ich wollte schon immer mal…) doch durch den Kopf. Und wie selten setzt man diese Idee in die Tat um? Selten. Zu selten. Meine Idee kreiste schon seit ca. zwei Jahren durch meinen Birne – sich einmal in einer Universität in eine Psychologie Vorlesung zu setzen. Ideen haben die Leute, ja, nicht lachen 😉 Das war eben meine.

Und eines Tages war es dann soweit, ich hüllte mich in Strumpfhose und Strickpulli, setze mir einen Rucksack auf, kaufte mir ein Tagesticket für die Straßenbahn und fuhr los. Auf zur Uni. Eigentlich sollte es so richtig spontan werden – irgendeine Vorlesung über Psychologie würde wohl stattfinden. Gut, ich gebe zu, doch einen Tag vorher im Netz danach gesucht zu haben. Und hatte Glück – genau an meinem Tag begann die Einführungsvorlesung für das neue Semester. 12 – 14 Uhr. Hörsaal 14. Klingt gut.

Ich fühlte mich wie ein Erstsemesti – total aufgeregt (obwohl ich sogar schon fünf Jahre zuvor studiert hatte, aber an einer Fachschule). In der Uni angekommen herrschte hektisches Treiben. Vollkommen planlos lief ich von links nach rechts, um den richtigen Hörsaal zu finden. Natürlich war ich viel zu früh, setzte mich also auf eine der unzähligen Bänke und beobachtet die vorbei ziehenden Menschen. Einer der Gründe, warum mich Psychologie so interessiert. Und gleich würde ich zum ersten Mal Fachwissen eines Professors darüber hören. Dachte ich.

Nachdem ich im Hörsaal Platz genommen hatte und das Uni-Feeling weiter aufsog sowie voller Vorfreude auf den Beginn der Vorlesung wartet, sollte ich bald merken, dass ich hier heute lange warten könnte. Einigen Studenten verließen den Saal – der Professor war erkrankt – die Vorlesung fiel aus… Na toll, da rafft man sich nach zwei Jahren auf, obwohl das Wetter auch verlockend genug gewesen wäre, um im Bett zu bleiben, nimmt eine Stunde Fahrt sowie eine Stunde Wartezeit in Kauf und dann sowas. Natürlich gab es auch keine andere Psychologievorlesung an diesem Tag mehr.

Doch das Leben wäre nicht das Leben, wenn es einen auf Umwegen nicht doch noch etwas Gutes tun wollte. Ich folgte also dem Tipp, in die Uni-Bibliothek zu gehen (die ich erstmal finden musste). Und anstatt hier nach einem Buch über Psychologie Ausschau zu halten, recherchierte ich nach Büchern über die Hotellerie, wer hätte es gedacht 😛

Und 216 Treffer (nur alleine in deutscher Sprache) sprachen für sich. Schnell hatte ich zwei interessante Titel herausgepickt, nun mussten diese nur noch in der riesigen Bibliothek ausfindig gemacht werden. Also erstmal das Gebäude wechseln. Und suchen. Und nachfragen. Und am Ende: finden :-p Klingt komisch, aber ich hatte schon fast nicht mehr damit gerechnet, schließlich hatte ich nichts zu schreiben dabei und musste mir die langen Nummern daher im Kopf merken. Doch wenn man etwas wirklich will…. (gut, mit der Psychologie Vorlesung hatte es ja nun nicht gerade geklappt).

Am Ende des Tages kam also das Buch „Grandhotels“ bei meiner ‚Reise‘ heraus, welches ein wahres Schätzchen ist (ein separater Beitrag darüber folgt natürlich noch) und nach dessen Art ich schon lange gesucht hatte. Gut, man hätte es wohl auch deutlich schneller und einfacher via Suchmaschine finden können, aber dann wären mir folgende drei bahnbrechende (psychologische?) Erkenntnisse an diesem Tag wohl verloren gegangen:

1: das Leben lässt sich nicht planen (ach was, vergisst man aber allzu oft ;-))

2: gib nicht vorzeitig auf (manchmal steht man näher davor, als man glaubt)

3: der Knochen kommt eben doch zum Hund (in meinem Fall waren es diese psychologischen Erkenntnisse, die an diesem Tag mal wieder aufgefrischt wurden ;-))

P.s. und vielleicht wollte mir dieser Tag auch einfach nur zeigen, dass mein Lieblingsthema einfach die Hotellerie ist und bleiben wird und nicht die Psychologie!