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omaRosa – Dortmund

Wir waren neun. Neun liebe Menschen, die sich zum Klassentreffen im wohl schönsten und gemütlichsten Café in ganz Dortmund treffen wollten. Es war ein grauer Novembertag, nasskalt aber wir bestens gelaunt auf dem Weg zur ‚Oma‘, genauer gesagt zur omaRosa, dem bezaubernden Eckcafé von Melly und ihrem Team.

Schon beim ersten Betreten fühlte man sich, als hätte man eben eine kurze Europareise zu den Dänen, Schweden oder Norwegern gemacht, die Hygge ganz ganz groß schreiben und die dieses Café im Dortmunder Klinikviertel innig lieben würden. So wie wir! Hätte es die omaRosa schon zu unserer Studienzeit gegeben – ich hätte meine WG aufgegeben und wäre hier eingezogen. Im Ernst 😉

Da wir aber zum Frühstücken verabredet waren, musste ich mich ziemlich zusammenreißen, nicht an der XL-Kuchentheke im vorderen Cafébereich hängen zu bleiben, die eine unglaubliche Auswahl an Mini-Torten in allen Variationen bietet – Wippi war sofort verliebt.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als wir den hinteren Caféteil betreten und unser Blick auf drei Freunde fällt, die bereits auf uns warteten. An einer langen Tafel. Mit Spitzendecke. Mit Vintage-Sammeltassen & frische Blumen. Über dem Tisch hingen unzählige Glühbirnen, versehen mit einer pastellfarbenen Girlande. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte – natürlich in die strahlenden Gesichter unserer Freunde, die wir ein Jahr nicht gesehen hatten und die ebenfalls völlig begeistert waren, von diesem feinen Plätzchen im Café.

„Man fühlt sich wie bei Oma zu Hause, aber nicht so ‚omamäßig‘, sondern irgendwie anders, es ist einfach einmalig“ – und dieses Zitat stammte von einem Mann! Ja, ich muss zugeben, in dem Moment klopfte mir selbst ein wenig auf die Schulter, dass ich dieses Café vorgeschlagen hatte 😉

Ganz nach dem Cafémotto „Appetit holen kannst du dir woanders, gegessen wird bei Oma“ begann unser Frühstück – am Wochenende als Frühstücksbuffet am Tisch. Ja, richtig gehört, das Buffet bekommt jeder Gast serviert. Komplett. Mit allem, was das Herz und der hungrige Magen begehrt.

Angefangen beim Obstsalat, der bereits in kleinen Gläschen auf unseren Tellern stand, weiter über zwei absolut gute Smoothie Drinks zur Wahl („Sonnenaufgang“ oder „Liebhaber Waldi“), bis hin zu verschiedensten Dips & Aufstrichen, die komplett selbst gemacht sind. So wie alles andere in diesem Café auch – Brot – Brötchen – Kuchen – Salate – und sogar die Teemischungen werden selbst zusammengestellt.

Wow, wow, wow. Und genau DAS ist das besondere an diesem Café. Mal ganz abgesehen von der unglaublichen Liebe, die hier in allem steckt – in jedem noch so kleinen Detail. Ob herzhaft, vegetarisch oder vegan – hier wird auf jeden Gast mit all seinen Wünschen eingegangen.

Später, bzw. viiiiel später, denn wir wären am liebsten den ganzen Tag hier geblieben, treffe ich zufällig Melly an der Kuchentheke. Eigentlich hatte ich gedacht, dass sie noch im Urlaub wäre, da sie gerade erst einen besonderen Geburtstag am Meer gefeiert hat. Doch wo ist sie am liebsten? In ihrer Oma, die sie Anfang 2017 mit unglaublich viel Arbeit, Fleiß, schlaflosen Wochen und einer großen Portion Herzblut erschaffen hat.

Dazu muss man wissen, dass ihr Leben davor ganz anders aussah – 20 Jahre lang war Mellys Welt die Werbebranche, bis sie schließlich mit 38 ihr Leben komplett über den Haufen warf, ihren Job als Geschäftsführerin aufgab, 180 m² Eigenheim gegen 65m² Mietwohnung tauschte, und sich auf einen neuen Weg machte. Ihrem großen Traum von einem eigenen Café. Und den lebt sie von Beginn an.

Online lässt sie ihre Freunde, Familie und Bekannte an ihrem Weg teilhaben, 55 Tage vor der geplanten Eröffnung gibt es jeden Tag ein Foto oder ein Video über die großen und kleinen Hürden. Ob langes Warten auf die Konzession (um anschließend den Gewerbeschein zu erhalten), ob eine selbst geplante Theke, ob Mitarbeitersuche oder erstes Ausprobieren der geplanten Frühstücksgerichte, ob früh morgens oder arbeiten bis tief in die Nacht, ob eine tricky Internetanschluss oder eine Baustelle mitten vorm Eingang kurz vor der Eröffnung – Melly keeps strong, mal mehr, mal weniger, aber sie hat die Besten an ihrer Seite – die ganze Familie packte mit an und lassen den Follower jeden Tag aufs Neue hautnah das Kribbeln vor der Eröffnung miterleben.

Was soll ich sagen? Melly hat mir ihrer omaRosa einen riesen Erfolg, nicht zuletzt dadurch, dass ihr dieser Herzenstraum Tag für Tag Power ohne Ende verleiht. Und den braucht man auch, um ein Café zu betreiben, schließlich ist diese Gastrowelt nicht so pastellrosa, wie die Inneneinrichtung auf den ersten Blick annehmen lässt. „Ich sollte Workshops für Neugründerinnen geben, denn viele stellen sich das so einfach vor“ grinst Melly.

In den zwei Jahren, die nun schon seit der Eröffnung vergangen sind, hat sie viel über die Auswahl des richtigen Teams gelernt – das Vertrauen steht dabei an oberster Stelle. Und das Team in der Oma ist einfach fantastisch – wirklich jeder trägt das Glück im Gesicht, das Glück, ein wichtiger Teil in Omas Familie zu sein und deren Gäste täglich auf wundersame Art zu verzaubern. Vielen Dank Ihr Lieben für diesen wunderbaren Vormittag bei Euch 🙂

https://www.omarosa.de/