Menschen & Glück

Jeden Tag eine gute …

…Tat. Ja, ja, immer diese Gut-Menschen, furchtbar 😉

„Rein nüchtern betrachtet, sind die sogenannten ‚Gut-Menschen‘ auch nur Egoisten.“ Als ich diesen Satz zum ersten Mal gehört habe, kippte mir fast die Kinnlade herunter. Eine Unverschämtheit – dachte ich mir. Doch wenn man ehrlich ist, stimmt das schon.

Gute Taten haben nämlich den positiven Nebeneffekt, dass sie ihren ‚(Wohl-)Täter‘ glücklichen machen. Warum sollte man das also verurteilen, es ist doch ein ziemlich genialer Schachzug der Natur. Anderen Menschen wird geholfen und als Bezahlung erntet man positive Gefühle. Vielleicht so was wie Glück?

Jeden Tag eine gute Tat. Das nimmt man sich vielleicht am 01.01. noch voller Optimismus vor, aber dann? Schafft man es doch nicht jeden Tag und vergisst diesen wunderbaren Vorsatz wieder. Schade.

Dabei geht es gar nicht darum jeden! Tag etwas Gutes zu tun. By the way: Wie definiert sich eigentlich ‚gut‘? Man wird nicht jedes Mal das Bundesverdienstkreuz am Bande dafür bekommen. Auch nicht immer ein Danke. Oder ein Lächeln. Aber immer öfter 🙂

Für mich persönlich bedeutet ‚Gutes tun‘ in erster Linie anderen Menschen mit Respekt und Achtung gegenüberzutreten. Dabei sollte es keine Rolle spielen, wie sie aussehen, oder sich ihr gesellschaftlicher Status definiert. Zugegeben, das schafft man nicht immer (ich zumindest nicht). Dafür haben wir zu viele Schubladen in unserem Kopf. „Die VIP´s müssen Sie mit Vorrang behandeln, die anderen Gäste können auch mal warten“. Dieser Satz wollte mir schon als Azubi nicht in den Kopf….

„Lass das mal die anderen machen, die können auch mal helfen“ – wenn jeder so denkt, hilft am Ende keiner. Und ohne ehrenamtliches Engagement, ohne Umsichtigkeit und der Initiative vieler toller Menschen, sich für ein kleines Stück Gerechtigkeit einzusetzen, wären wir alle arm dran.

Jeder wie er kann und möchte! Man sollte sich nicht verpflichtet fühlen. Wenn man gerade nicht dem Hintermann die Tür aufhalten kann, weil man mit den Gedanken woanders ist, beide Hände voll oder eben einfach einen scheiß Tag hat – dann ist das so. Vielleicht denkt man ja beim nächsten Mal dran und freut sich über das Lächeln des anderen.

Zum Schluss noch eine kleine Geschichte über das Teilen: Eine liebe Freundin brachte mir einmal eine große Schale Erdbeeren mit. Wir stellten sie in die Mitte und aßen sie genüsslich. Dabei erzählte sie von ihrer Kindheit, dass es immer DAS Highlight war, wenn es eine Schale Erdbeeren gab, die mit der ganzen Familie (8 Leute) geteilt wurde. Oft bekam jeder nur zwei, drei Erdbeeren und natürlich wollte niemand die Letzte essen und sie immer dem anderen überlassen, damit dieser noch einmal mehr in den süßen Genuss kam. Sie grinste mich voller Glück an „hier, bitte, nimm die Letzte aus der Schale“ ❤