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Nachhaltiger Reisen – der schönste Urlaub

Warum reisen wir Menschen so gern und wie können wir selbst dazu beitragen, diese wunderbaren Erlebnisse auch für künftige Generationen zu erhalten bzw. allen Menschen zu ermöglichen? Herzlich Willkommen zu einem inspirierenden Blogbeitrag über nachhaltiges Reisen, was so facettenreich ist, wie die Welt selbst. Dieser Beitrag liefert einen Überblick über die Zusammenhänge sowie viele praktische Tipps für ein unvergessliches Urlaubserlebnis, was gleichzeitig die Ressourcen schont und einfach glücklich macht 🙂

Chech-In: Warum?

Reisen = positive Emotionen, so viel steht fest. Ob neue Eindrücke, Erfahrungen, Geschmäcker, Abstand zum Alltag, gemeinsame Erlebnisse mit Freuden und Familie. Sport, Kultur, Wellness – die Auswahl ist riesig und der Tourismus boomt. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem jährlichen globalen Umsatzwachstum von 6,8 % gerechnet (Quelle: Statista.com). Die Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen steigen leider auch. Doch das lässt sich ändern. Mit Wissen um Zusammenhänge rundum nachhaltige Entwicklung und gemeinsamen Ideen und Aktionen, wie wir es besser machen können 🙂

Exkurs: Nachhaltigkeit

Schauen wir uns zunächst den negativen und auch positiven Impact des Tourismus auf die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) an: Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der gerade in ärmere Länder wichtige Deviseneinnahmen und somit Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum bringt (positiv auf SDG 1 und 8). Voraussetzung ist allerdings, dass die Einnahmen auch dort zum großen Teil ankommen und nicht durch globale Touristikkonzerne abgeschöpft werden und wieder in reichere Länder zurückfließen. Hier besteht noch viel Luft nach oben, um somit auch positiv zu SDG 10 (weniger Ungleichheiten) beitragen zu können. Außerdem arbeiten viele Menschen im Tourismus im Niedriglohnsektor. Auch hier braucht es natürlich eine Anpassung der Löhne, um Ungleichheiten zu verringern. Aktuell verursacht der globale Tourismus 8% (Quelle: Sustainable Travel) der globalen Treibhausgasemissionen und trägt somit negativ zu SDG 13 (Klimawandel) bei. Es ist daher viel mehr modernere Antriebstechnik sowie die Nutzung erneuerbarer Energien erforderlich (SDG 7). Auch die Verschwendung von Lebensmitteln und Wasser kann und sollte deutlich eingedämmt werden (SDG 2,6,12). Positiv trägt Tourismus zum interkulturellen Austausch bei und kann somit das Verständnis von globaler Zusammenarbeit (SDG 17) fördern.

Kern: Nachhaltiger Tourismus

Welche Formen und Ziele gibt es? Ob Ökotourismus, sanfter oder regenerativer Tourismus – im Wesentlichen geht es darum, bewusster zu reisen und dabei positiv auf sozialen (z.B. Teilhabe und interkultureller Austausch), ökologischen (z.B. Regeneration) und wirtschaftlichen Ziele (z.B. Arbeitsplätze & Wertschöpfung) des Tourismus einzuwirken. Eine Sonderform ist der Mikrotourismus, also Reisen in die eigene Region und hier haben wir in Deutschland viele hervorragend entwickelte Angebote und Destinationen.

Was kann ich bei der Reiseplanung beachten: Ca. 50 % der verursachten Treibhausgasemissionen entfallen auf die An- und Abreise zum Zielort. Somit ist die Distanz vom Heimat- zum Zielort ein wesentlicher Faktor, wenn man Emissionen reduzieren möchte. Daher hilft es, sich vor jeder Reise zu überlegen, was der Sinn & Zweck sein soll. Möchte ich Wellness machen? Muss ich dafür um die halbe Welt fliegen oder habe ich sogar ein tolles Wellnessresort vor Ort und kann dadurch sogar mehr Urlaubszeit genießen (durch eine verkürzte Anreisezeit und entfallende Flugkosten)? Außerdem können Reisen in der Nebensaison, sowie die Auswahl von eher unbekannteren Orten (C-Destinationen) zu sehr erholsamen Auszeiten und unerwarteten positiven Erfahrungen führen.

Wie finde ich mich im Zertifizierungs-Dschungel zurecht?: dafür gibt es sehr hilfreiche Plattformen wie beispielsweise tourismus-labelguide.org, wo eine sehr umfangreiche Übersicht und Detailbeschreibung der einzelnen Zertifizierungen aufgeführt ist. Grundsätzlich lässt sich sagen: Zertifizierungen sind wegweisend und auch gut überprüft. Sie zeigen ein besonderes Bemühen der Unternehmen hin zu mehr Nachhaltigkeit. Andererseits können auch nicht-zertifizierte Unternehmen sehr engagiert sein (der Aufwand und die Kosten für eine Zertifizierung sind hoch, daher scheuen oft kleinere Betriebe davor zurück). Ein Blick auf die Webseite (z.B. eines Hotels) kann Aufschluss geben. Meist merkt man hier schnell, ob es sich um ehrliches Engagement handelt oder doch nur um Marketingbemühungen.

Wo kann ich nachhaltigen Urlaub suchen und buchen?: Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Erste Inspirationen finden sich beispielsweise auf persönlichen Blogs (wie auch diesen hier :-)). Weiterhin gibt es auf nachhaltiges Reisen spezialisierte Plattformen (abseits der bekannten großen Player), über die auch direkt eine Unterkunft gebucht werden kann. Meine Einschätzung nach sind hier Fairweg, Ecobnb und vor allem Socialbnb hervorzuheben. Letztere hat gerade erst den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 gewonnen und bietet außergewöhnliche Reiseerlebnisse, deren Erlöse zu großen Teilen direkt in ein soziales oder ökologisches Projekt vor Ort fließen. Außerdem gibt es auch Reiseveranstalter mit nachhaltiger Ausrichtung, wie z.B. den Verband Forum anders Reisen, Wikinger Reisen oder ReNatour.
Hinweis: die Erwähnung & Verlinkung der Anbieter erfolgt ohne jede Gegenleistung, sondern aus Überzeugung und als Rechercheergebnis!

Was sollte ich bei der Verkehrsmittelwahl beachten?: Da An- und Abreise, wie bereits erwähnt, die meisten Emissionen der Reise verursachen, ist die Verkehrsmittelwahl sehr bedeutend. Die Reise mit dem Flugzeug verursacht die meisten Emissionen, eine Bahnreise oder ein Reisebus dagegen deutlich weniger (genauere Zahlen finden sich hier. E-Autos sind in dieser Statistik noch gar nicht erfasst). Noch umweltfreundlicher wäre natürlich eine Fahrradanreise (je nach Distanz). Immer mehr Unterkünfte bieten sogar extra Stellplätze und auch Lademöglichkeiten an – und manchmal sogar einen kleinen Rabatt auf den Übernachtungspreis (bei umweltfreundlicher Anreise).

Wie kann ich mich vor Ort nachhaltig verhalten?: Am besten wertschätzend und ressourcenschonend. Doch manchmal sind wir Touristen so in Gedanken und in alten Routinen gefangen, dass uns das nicht immer gelingt. Auch hier kann die Wahl auf emissionsfreie Fortbewegung wie z.B. Fahrradnutzung statt Mietauto fallen, oder es können wiederverwendbare Trinkflaschen und Taschen genutzt werden. Außerdem ist der Besuch von lokalen Restaurants und Wochenmärkten förderlich, damit das Geld direkt vor Ort bei der lokalen Bevölkerung ankommt. Außerdem werden auch immer öfter Hilfsaktionen angeboten, an denen sich Touristen gern beteiligen können (z.B. Clean Beach). Ganz nach dem Motto: Gutes tun macht einfach glücklich und je mehr Menschen helfen & anpacken, umso besser geht es :-). Im Hotel ist es hilfreich auf die Zimmerzwischenreinigung zu verzichten und großzügige Trinkgelder sind ebenfalls gut, denn wie erwähnt: Tourismus ist ein Niedriglohnsektor mit eher geringen Gehältern, gerade im Reinigungs- und Servicebereich.

Check-Out: die Vorbildfunktion

Wir sehen – nachhaltiges Reisen ist möglich & kann viel mehr Freude bereiten, als beispielsweise all-inclusiv-Massenangebote. Daran können wir alle gemeinsam mitwirken. Ob als Gäste mit unserer Nachfrage oder als Tourismusaktuer (z.B. als Region oder als Hotel). Hier stehen viele Fördermittel bereit und es gibt auch so einige Preise zu gewinnen (beispielsweise den Wettbewerb der „Europäischen Tourismushauptstädte“ der EU mit nachhaltigen und vernetzten Konzepten oder den Deutschen Nachhaltigkeitspreis). Welche Pioniere es beispielsweise in der Hotellerie in Deutschland gibt findet Ihr hier auf meiner Webseite 17 for hospitality.

Wir Menschen brauchen Vorbilder, denn von diesen können wir lernen und sehen: es geht. Sie können uns anspornen & zum Mitmachen inspirieren. Genau so entsteht Bewegung. Und Wirkung. Und Glück !