Menschen & Glück

Das Lächeln :-)

Vor einigen Tagen kam ein älterer Gast ins Hotel, den ich schon öfters gesehen hatte, doch sein Name war mir in diesem Moment dann doch nicht präsent. Er grüßte mich freundlich, sah mich an, grinste und sagte: „Sie haben aber auch immer ein Lächeln im Gesicht, wenn ich Sie sehe – das tut richtig gut.“

Ihr könnt mir glauben, dass mir dieses schöne Kompliment richtig gut tat. Dass es Menschen gibt, die noch ein Lachen zu schätzen wissen, vor allem die es bemerken und sich darüber freuen. Der zweite Teil seines Satzes war für mich sogar fast noch schöner als der erste Teil: „das tut richtig gut“ – wie kann man jemanden mit einem simplen Lachen denn ‚gut tun‘?

Nun bin ich kein Psychologe oder was auch immer man dafür studiert haben muss, aber ich glaube, es könnte daran liegen, dass man immer unbewusst das Verhalten seines Gegenübers aufnimmt und teilweise widerspiegelt. Wenn wir also angelächelt werden, lächeln wir fast immer zurück – und schon freut sich unser Körper über eine extra Portion Glückshormone 😉 und das auch noch gratis.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man heutzutage immer seltener ein fröhliches, herzliches und erfrischendes Lächeln geschenkt bekommt. Zu oft beobachtet man beispielsweise in der U-Bahn, auf der Straße oder in Supermärkten versteinerte und konzentrierte Mienen. Gut, ich gebe zu, dass ich auch nicht 24 Stunden nonstop lächelnd durch die Gegend laufe (dann hätte ich bald mehr Falten als Sommersprossen im Gesicht :-P), schließlich ist man gedanklich ja häufig eh bei der täglichen To-do-Liste, die noch gefühlte fünf Meter lang ist (von dem Päckchen, was jeder zu tragen hat, mal ganz zu schweigen). Konzentration, Sorgen und Zeitmangel sind eben nicht gerade die besten Freunde vom Lachen.

Doch wenn man mal ganz ehrlich ist – man verpasst doch das Beste im Leben mit Lachen auf Sparflamme. Man kann alles missverstehen, die Sprache, die Tonlage, die Gesten – aber nicht das Lächeln eines Menschen, wenn es von Herzen kommt. Und DAS sieht man.

Zu oft kommen Gäste erstmals auf mich zu, ohne Lächeln und mit der gewissen Portion Skepsis, so wie man Fremden eben begegnet (wird einem das eigentlich anerzogen?) Doch bevor sie mich erreichen, wage ich häufig mal ein kleines Experiment und strahle ich sie einfach mal mit einem kleinen oder großen Lächeln an, und man kann fast schon hören, wie bei dem Gegenüber die erste Anspannung abfällt und sich derjenige fast schon wohlfühlt – schließlich wird er gleich mit jemanden sprechen, der ihm positiv gegenübersteht. Zumindest versuche ich immer genau DAS mit meinem Lächeln zu transportieren. Und das tut richtig gut 🙂