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Anno 1433 – Lüneburg

„Ach, Sie fahren weiter nach Lüneburg? Oh, wow, die Stadt wird Sie begeistern, versprochen“ – der sympathische Herr am Tisch neben mir (in einem feinen-Plätzchen-Café an der Ostsee) grinste :-). Zuvor waren wir nett ins Gespräch gekommen, da ich ihn meinen begehrten Sofaplatz überlassen hatte und einen Tisch weiter umgezogen war. So entwickeln sich natürlich die besten zufälligen Begegnungen des Lebens (if you travel alone once) und ich erzählte somit von der nächsten Station meiner Reise. Lüneburg sollte es sein.

Ca. zwei Autostunden später bog ich in die Straße ‚Neue Sülze‘ ein und hatte mein Ziel für die nächsten zwei Tage erreicht – die bezaubernde, mittelalterliche Altstadt Lüneburg. Und in zentraler Lage zur Fußgängerzone befindet sich das feine Plätzchen von Marc Blancke – das ‚Anno 1433‘ mit seinen bildschönen und historisch aufgearbeiteten zwölf Gästezimmern (inclusive Suiten).

Schon die Außenfassade des feinen Häuschens, welches seit 2016 als Hotel fungiert und eine lange! Geschichte von sechs Jahrhunderten vorzuweisen hat, lässt den Gast dahin schmelzen. Und hinter der blau gestrichenen massiven Eingangstür geht das Staunen weiter. Über die wahnsinnig aufwendige Sanierung des Hauses. Über die vielen antiken Stilelemente, die modernes Design treffen. Und über die freundliche Begrüßung des Hausherren, der mich zum Zimmer „9“ geleitet – ein Doppelzimmer zur Einzelnutzung mit einem Teil der bemalten Deckenelementen aus dem 16. Jahrhundert. Der Wunsch von mir hatte schonmal bestens geklappt 🙂

Irgendwann später lag ich abends auf dem Bett und schaute einfach nur an die Decke über mir. Dort, wo die eben erwähnten bemalten Deckenelemente zum Teil belassen wurden – der Hingucker des Zimmers. Ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben, aber sie verzauberten einfach den Raum. Und sie strahlten eine besondere Magie aus, vielleicht den Geist der alten Zeit in einer sonst so modernen Welt.

Ich drückte die Klinke des Kastenschlosses der blau gestrichenen Badezimmertür hinunter und öffnete sie. Dahinter lag ein ebenfalls fein hergerichtetes Bad mit einem großen Waschbecken auf einem massiven Holztisch. Alles passte zusammen. Alles 🙂 Dazu ein filigranes Fliesenmosaik als rahmende Verzierung, hach, einfach nett.

Am nächsten Morgen zog ich ganz früh los, um die viel gelobten Gassen der Stadt zu erkunden. Was soll ich sagen? Den Stadtplan brauchte ich kaum, die Orientierung klappte bestens und ich bin an diesem Tag bestimmt jede Gasse dreimal hoch und runter, rechts und links und quer sowieso gelaufen. Und es waren viele Gassen! Aber sie sind einfach unendlich schön – ob nun durch die gotischen Backstein-Giebelhäuser bedingt, oder durch die vielfältigen kleinen Geschäfte, Cafés und Boutiquen – jede Gasse für sich ist ein Traum.

Wenn man übrigens etwas Glück hat, findet man aufeinmal einen Außendrehplatz der bekannten ARD Telenovela „Rote Rosen“, die in Lüneburg spielt. Natürlich kann man sich auch hier das Hotel und Café als Drehort anschauen (nur für die Fans unter uns) 😉

Und wenn man dann nach einem wirklich langen Tagen in das ‚Anno 1433‘ zurückkehrt, schnappt man sich vielleicht noch einen Apfel aus der Obstschale am Eingang und lässt sich einfach auf die weichen und sehr bequemen Betten fallen. Oder man öffnet das Fenster und lauscht den zarten Musikklängen, die von irgendwo her kommen. Diese Stadt atmet einfach Lebenslust.

Am nächsten Morgen hat man stets die Wahl, ob man sich das Hotelfrühstück gönnt oder in eines der vielen schönen Cafés der Stadt geht. Da ich zwei Tage dort war, habe ich beides ausprobiert und kann auch beides empfehlen – Frühstück im Café ist immer gut, da hat es ein Hotel fast schwer – ABER: das ‚Anno 1433‘ kann hier bestens mithalten und bietet in seinem kleinen aber sehr stilvoll gestalteten Frühstücksraum alles, was so ein Gast braucht: frische Ananas und Melonenstückchen, vitales Brot und Brötchen, eine große Aufschnittauswahl, Joghurt, Müsli, Säfte, Eier. Dazu gibt es leise Töne und gute Gespräche mit anderen Gästen, die ebenfalls alle begeistert sind.

Kein Wunder, denn mit Marc Blancke und seinem superlieben Team sind auch einfach Experten am Start, die voller Freude dabei sind – aber an diesem feinen Plätzchen kann man ja auch gar nicht anders. Und so musste ich schon schmunzeln, als mir Herr Blancke bei Abreise von dem (genau an dem Tag erschienen) Zeitungsartikel über sein nächstes Hotelprojekt erzählt – die Begeisterung und Energie in seinen Augen waren einfach mitreißend und wunderbar. Ich bin schon sehr gespannt und sage mal: „bis ganz bald“!

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