feine Minis · Hotels & Co. · pfiffige Themen

Farmerhaus-Lodge – Groß-Umstadt

Eine afrikanische Lodge – mitten in Deutschland? Seit über 50 Jahren gibt es schon das legendäre Farmerhaus-Restaurant – was liegt da näher, als auch ein kleines Hotel, pardon, ich meine natürlich eine typisch afrikanische Lodge zu erschaffen? Alfred Schodlock, der passionierte Namibia Farmer und Gründungsvater des Restaurants wäre stolz gewesen zusehen, was sein Sohn Alexander und dessen Familie 2013 gezaubert haben. Ein wahres Schatzkästchen wurde mitten im hessischen Groß-Umstadt eröffnet. Die Farmerhaus-Lodge.

Doch bevor afrikanische Rhythmen und das unglaublich ergreifende Flair einziehen konnten, vergingen über drei Jahre Bauzeit an einem ehemaligen leer stehenden Wohngebäude samt weitläufigem Innenhof. In liebevollster Kleinstarbeit entstand hier über die Jahre hinweg eine fast mystische Welt – eine andere Welt, die voller Kraft, voller Sehnsucht und positiven Energien durchzogen wird. So beschreibt es auch Lilli, die von Anfang an die Farmerhaus-Lodge begleitet und für die bedingungslose Sauberkeit des Boutique-Hotels verantwortlich ist.

Schon vorab ließ ich mich von den originalgetreuen afrikanischen Klängen der Homepage betören. Am liebsten hätte ich mich schon damals in den nächsten Flieger gesetzt und wäre sofort über die unendlichen Weiten dieses sagenhaften Kontinentes geflogen. Doch das war gar nicht nötig – der Farmerhaus-Lodge sei Dank. Ich musste mich nur noch für eines der gerade mal acht individuell und detailgetreu eingerichteten Zimmer & Suiten entscheiden. Gar nicht so einfach, wo doch alle Fotos so viel versprechend aussahen. Wie gern hätte ich jedes Zimmer ausgewählt und mir persönlich angeschaut.

Aber das Glück war auch meiner Seite, als sich beim Auschecken die Gelegenheit bot, sich fast jedes dieser Gästezimmer anzuschauen und zu fotografieren. Beginnend mit unserem Reich für eine Nacht, dem „Baobab“, welches als kleinstes Zimmer durch eine wunderschöne Raumaufteilung, dank einer gläsernen Wand zwischen Bad- und Schlafbereich und vielen weiteren liebevoll arrangierten Details den afrikanischen Rhythmus Wirklichkeit werden lässt. Am meisten faszinierten mich das feine Spülsteinbecken im Bad und die freigelegten Fachwerkbalken.

Direkt neben uns lag die „Out of Africa“ Suite, die mit 35 qm² herrschaftlichen Platz und so manchen Luxus bietet. Das Leinen behangene Himmelbett, die Elefanten-Lampen rechts und links der Couch, oder die stilvolle Badewanne im Bad mit Blick zum Schlafbereich – hier werden Träume wahr, afrikanisches Lebensgefühl inklusive.

Doch auch das „Savuka“ Zimmer zu unseren anderen Seite schaffte durch sein ausziehbares 2-Meter-Bett und der eleganten Ausstattung genau wie die angrenzende „Mal D‘ Afrique“ Suite mit ihren kunstvollen Gemälden, die von Monika Schodlock persönlich erschaffen wurden, eine sagenhafte Welt der Träume.

Ein Stockwerk höher gab es noch drei weitere Zimmer für mich und meine Kamera zusehen. Das „Nungubais“ mit seinem begehbaren Kleiderschrank hinter schweren antiken Holztüren hatte genauso seinen Charme, wie das „Lions Head“, welches sich auf zwei Ebenen erstreckt, und zwar mit einem Bett direkt unter dem Dachgiebel inklusive Blick durch das Dachfenster auf den Sternenhimmel. Die angrenzende „Impala-Lounge“ bot mit einem original afrikanischen Bett einen tollen Abschluss meiner Hotelführung.

Geschlafen haben wir übrigens wunderbar weich und leicht, voller süßer Träume von dem weit entfernten und doch so anziehenden Kontinent Afrika. Unsere Südafrika Reise war zu diesem Zeitpunkt übrigens schon gebucht. Doch auch ohne diese Sehnsucht hätte ich mir dieses Boutique-Hotel nicht entgehen lassen.

Und zum Glück ließen wir uns auch das erstklassige Frühstück nicht entgehen. Die feine Präsentation dieses kleinen aber sehr feinen Frühstücks begeisterte mich von Kopf bis Fuß. Kerstin brachte uns eine üppige Platte, die schon alleine der reinste Augenschmaus war. Käse, Wurst, Marmelade, Honig & frische Früchte, wie z.B. aufgeschnittenen Maracujas – es war so unglaublich appetitlich angerichtet, dass ich fast vergaß, davon zu essen 😛 Dazu wurde frisch zubereitetes Rührei gereicht, das in kleinen Pfännchen zum Tisch gebracht wurde. Auf Wunsch hätten wir auch noch Obstsalat bekommen. Super gut. Und das alles für gerade mal 10 € pro Person! So wundert es auch nicht, dass am Wochenende viele Außer-Haus-Gäste nur wegen des köstlichen Frühstücks vorbei kommen.

Bei schönem Wetter lässt sich dieses auch herrlich auf der Außenterrasse in dem netten Innenhof samt Garten genießen. Die afrikanischen Klänge, die Kunstfiguren und das prägende Logo an der Gartenwand sorgen für das stimmige Lebensgefühl, welches sich ganz automatisch einschleicht, sobald man durch die rote Eingangspforte herein spaziert.

Übrigens – das Farmerhaus ist gerade dabei, sich noch einmal zu erweitern – diesmal mit dem „Blumeins“, welches in eine herrschaftliche Jugendstilvilla einige Straßen weiter einzieht – feine Apartments im Blütenstil, mehr wird noch nicht verraten. Afrika kann so nah sein – man kann es förmlich schmecken.

P.s.: aber das Schmecken kann ich auch erst beim nächsten Mal beurteilen, dann mit Farmerhaus-Restaurant- und Blumeins-Besuch. In diesem Sinne: ‚Totsiens‘ 🙂

http://www.farmerhaus.de/de/