einfache Süße · Hotels & Co. · ländlich Holzige

Pension Vitalis – Willingen

Wer ein „Schlaf schön“ Arrangement kreiert hat- mit selbst gestrickten Kuschelsocken zum Mitnehmen und Lavendelöl-Fußmassagen am Abend – DER oder DIE hat die Hotellerie verstanden und ist fähig, Herzen zu berühren- zumindest meins.

Kurz entschlossen und völlig Hals über Kopf bin ich am letzten warmen Sommertag im letzten Jahr losgedüst – zum ersten Mal ganz alleine. Für meinen allerersten, bewussten Blogbericht. Über die Fahrt will ich Euch lieber nichts erzählen- sie war katastrophal (man sollte sich vielleicht einfach mal ein neues Navi zulegen), umso mehr freute ich mich auf die kleine, feine Pension „Vitalis“ in Willingen. Holzherzen, die aus jedem der Erdgeschossfenster hingen, begrüßten mich freundlich, ebenso die sympathische Chefin Birgit Göbel.

Sie brachte mich persönlich zu einem schnuckeligen Zimmer, welches von frischer Sommerluft, die durch die offene Balkontür wehte, durchzogen war. Ein herrliches Gefühl – Ruhe, Sonne, und Wärme. Himmlisch. Im Bad stand ein selbst gemachtes Peeling als kleines Geschenk für die Gäste bereit – eine wirklich süße Idee. Und im Zimmer fiel mein Blick auf einen aufgerollten Brief, der neben einem Bademantel auf meinem Bett lag. Schmunzelnd laß ich die handschriftlichen Begrüßungszeilen von Frau Albers (die Schwester von Frau Göbel), die sich auf die Wellnessbehandlung mit mir freute.

Die Bilder im Folgenden stammen aber aus einem anderen Zimmer, besser gesagt einem Apartment (dazu gleich mehr):

Ich hatte mich zwar nicht für das „Schlaf schön“ Arrangement entschieden (denn das hätte drei Übernachtungen beinhaltet), sondern für einzelne Anwendungen, die für mich als Obst-Fan ein pures Vergnügen versprachen. Und das war es auch. „Exotische Fußpflege“ mit selbst gemachtem Madel-Joghurt-Honig-Peeling, dazu eine Fußpackung aus Essenzen von Banane, Naturjoghurt, Avocado und Vitamin-E Ölen. Die abschließende Fußmassage war ein echter Traum. Auch die „Rosen-Gesichtsbehandlung“ war die reinste Wohltat. Ich bekam sogar zwei selbst gemachte Masken aus Naturjoghurt sowie eine wundervolle Gesichtsmassage. Jeglicher Stress fiel förmlich von mir ab – ich war einfach völlig bei mir. Frau Albers war mit so viel Herzblut am Werk, erst DAS fühlte sich wirklich wie Wellness an. Danach nahm ich erstmal gemütlich in der heimeligen Kaminlounge – direkt neben dem Wellnessbereich – Platz.

Und als krönenden Abschluss durfte ich sogar noch ein paar Kräuterteebeutel mitnehmen, um in aller Ruhe auf meinem Zimmerbalkon weiter zu entspannen. Als ich so da saß und die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut genoss, wurde ich mit den sanften Worten von Frau Göbel, die unten auf der Terrasse ihre Blumen goss, gefragt „geht es Ihnen gut Frau Wippermann?“. Was für eine schöne, nette Frage, die erst dadurch schön wurde, weil sie ehrlich gemeint war. Und an genau diesen Moment habe ich mich schon sehr oft zurück erinnert. An das gute Gefühl, Gast sein zu dürfen, der liebevoll behandelt wird.

Später unternahm ich einen kleinen Bummel durch die Einkaufsstraße und schmunzelte über ein feines rosa Fahrrad vor einem Geschäft. So kann man auch auf sich aufmerksam machen. Nach einem leckeren Abendessen in einem benachbarten Restaurant, und zwar dem Don Camillo in einer kleinen, umgebauten Kirche, fielen mir nur noch die Augen zu und ich schlief ausgezeichnet.

Das Frühstück am nächsten Morgen konnte sich sehen lassen. Frische Bio Produkte aus der Region und verschiedene Wassersorten, die u.a. mit Ingwer angereichert waren, präsentierten sich in dem feinen neuen Frühstückssalon. Von meinem Fenstertisch aus ließ ich den Blick durch den Raum schweifen. Es war alles so geschmackvoll und gemütlich zusammengestellt. Zu gern wäre ich noch länger geblieben.

Doch bevor ich abreisen musste, bekam ich noch einen wundervollen Wanderweg Tipp (darauf hatte ich mich schuhtechnisch gar nicht richtig eingestellt). Direkt vorm Haus aus führte ein steilerer Weg bergauf und brachte mich zu einem fantastischen Aussichtspunkt über Willigen. Eine einsame Bank wartete dort oben schon auf mich, als hätten Frau Göbel und Frau Albers es gewusst. Und ich denke, das haben sie auch. Echte Gastgeber sind nämlich mit dem Herz bei ihren Gästen und nicht mit dem Quittungsblock. Für sie besteht Gastfreundschaft darin, dass es ihren Gästen wirklich gut geht. Und sie wissen manchmal sogar eher, was diese wirklich brauchen: oftmals ist es Ruhe. Damit allein lässt sich kein Geld verdienen – aber mit Gästen, die zutiefst begeistert sind, denn diese kommen immer und immer wieder.

Und das tat ich auch, sogar mehrfach. Der zweite Besuch folgte nur wenige Monate später zusammen mit meinen Mädels anlässlich des Junggesellenabschiedes meiner besten Freundin. Diesmal hatten wir ein ganz neu gestaltetes Apartment (die Fotos oben stammen auch schon daraus), und zwar die Zirbelstube, ein lang ersehnter Traum von Frau Göbel, der einfach nur bezaubernd geworden ist. Hier kann man die Bilder einfach nur für sich sprechen lassen:

Der dritte Besuch folgte dann mehr als ein Jahr später – wieder waren wir eine fröhliche Mädelstruppe, die sich einmal im Jahr an einem netten Plätzchen für ein schönes Wochenende trifft. Und dass die Pension Vitalis natürlich auch den Geschmack von vier Hotelmädels treffen würde, war mir sofort klar. Insgeheim hatte ich wieder darauf gehofft, noch einmal die Zirbelstube für uns zu bekommen – YES 🙂 Diesmal begrüßte uns Herr Göbel, der genau wie seine Frau und seine Schwägerin das Gastgeberherz genau an der richtigen Stelle trägt. Zur Begrüßung gab es erstmal ein köstliches Tröpfchen Sekt.

Liebe Familie Göbel, Sie sind einfach toll. Als Gast fühlt man sich so wunderbar. Willkommen. Angekommen. Zuhause. Umsorgt. Verzaubert. Und wenn man Ihr Haus verlässt, dann mit tiefer Begeisterung, die sich so wohlig weich und gut duftend auf der Haut anfühlt, wie das Peeling zur Begrüßung. Dankeschön für alles ❤

Ich freue mich jetzt schon auf den vierten Aufenthalt, vielleicht dann mal mit dem „Schlaf schön“ Arrangement.

http://www.vitalis-willingen.de/