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Weißt Du noch… – Kühlungsborn

„Es gibt Menschen, die erschaffen mit so unendlich viel Liebe so etwas Himmlisches „ – so lautete einst mein Facebook Post live vor Ort über eine wundervolle, einzigartige und unvergleichlich schöne Apartmentanlage in Kühlungsborn – das ‚Weißt Du noch…‘ .

So vielen Menschen hatte ich vor unserem Urlaub schon von diesem potentziellen feinen Plätzchen vorgeschwärmt und ich tue es bis heute. Schon als ich zum allerersten Mal, dank eines eines märchenhaften Titelbildes im Internet, auf das ‚Weißt Du noch‘ in Kühlungsborn aufmerksam wurde und in Windeseile jedes einzelne weitere Foto davon verschlang, wusste ich – DAS ist wahre Liebe. Das ist Magie, das ist Leidenschaft. Das ist wie frischer Erdbeerkuchen, wie warmer Sand zwischen den Zehen, wie Honigtee oder das Lieblingsshirt. Mein Herz tanzte vor Freude.

Bereits einen Tag nach meiner Prospektanfrage erhielt ich einen dicken Briefumschlag, gefüllt mit einem feinen Hausprospekt, der von einem Bastband mit zwei getrockneten Blüten umwickelt war. Liebe bis ins kleinste Detail. Schon damals glänzten meine Augen vor Begeisterung. Aber auch die handschriftliche und supersympathisch geschriebene Postkarte vom Haus als Anschreiben berührte meine Hotelseele.

Und einige Monate später (vorher bekam ich keinen Urlaub) ging die Reise los, ans Meer nach Kühlungsborn. Bei schlechtestem Herbstwetter Anfang November kamen wir im ‚Weißt Du noch‘ an. Frau Kaufke, die Inhaberin erwartete uns bereits mit einem herzlichen, vor Glück strahlenden Gesicht – solche Menschen trifft man ganz schön selten im Leben, umso mehr faszinieren sie.  Aber das heißt ja nicht, dass man als Gast nicht mindestens genauso strahlen darf – zumindest für die Zeit, in der man in dieses kleine feine Paradies in Kühlungsborn West eintauchen durfte.

Hab ich schon erwähnt, dass dieser Blogbeitrag etwas länger werden könnte? 😛

Wir wurden also begrüßt und wollten einchecken, aber stellt Euch das jetzt keinesfalls ‚normal‘ vor (abgesehen davon, dass in der Hotellerie eh nichts normal ist). Wir bekamen einen Check-in der Superlative. In der gemütlichen Kaminlounge im Haupthaus wurden uns zunächst heiße Getränke gereicht und so ließen wir uns in den flauschigen roten XXL-Sofas nieder um Frau Kaufke zu lauschen, die uns detailliert auf einem Stadtplan jeden Geheimtipp Kühlungsborns ans Herz legte. Schon da fragte ich mich, warum wir eigentlich nur für drei Nächte (das ist der Mindestaufenthalt) gebucht hatten. Aus dieser netten Runde entwickelte sich schnell ein Gespräch über die Geschichte der Anlage, die aus zwei Häusern mit einem riesigen üppigen und verwinkelten Garten dazwischen besteht. Frau Kaufke, die bereits ihr halbes Leben in vielen namhaften Hotels gearbeitet hatte u.a. auch in Irland und Indien, entdeckte eines Tages das damals sehr verkommene Haus (heute das Haupthaus) aus DDR Zeiten, welches zum Verkauf stand. Nach mühevoller Kleinstarbeit und dank einer Handwerksfirma, die es verstand, die Wünsche und Ideen von Frau Kaufke ohne Diskussion in die Tat umzusetzen, wurde dieses wunderschöne liebevolle Paradies geschaffen, welches sie zusammen mit Frau Karte als Geschäftspartnerin führt.

Insgesamt gibt es zehn Apartments von 30 bis 90 qm² Größe in Kühlungsborn West sowie zwei Apartments direkt am Yachthafen in Kühlungsborn Ost. Die Apartments sind völlig verschieden eingerichtet und tragen voller Stolz die Namen ‚Igelnest‘, ‚Apfeltraum‘, ‚Gartenlust‘ oder ‚Liebenswert‘ um nur einige aufzuzählen. Schon die Auswahl animiert dazu ein Stammgast zu werden um jedes Apartment einmal auszuprobieren.

Doch für unseren Aufenthalt hatte ich mich für die ‚Gartenlaube‘ entschieden – ein Traum in Weiß und Creme sowie mit wundervollen Rosenmustern verziert. Die Fußbodenheizung hatte unser Traumapartment bereits mollig vorgewärmt. Frische Hortensienblüten und ein üppiges Stück Apfelkuchen hießen uns in unserem neuen Zuhause auf das Herzlichste willkommen. Ich glaube, Frau Kaufke bemerkte diesen Glanz in meinen Augen. Diesen Glanz, den man nur hat, wenn man zutiefst vom Glück ergriffen ist. Und dann gehörte dieses Glück uns – für ganze drei Tage.

Das Beste war, dass es immer etwas Neues, Wunderbares zum Staunen und Schmunzeln gab. Sei es ein Fernseher, der hinter einem verschiebbaren Bild in der Wand versteckt war, die Teller, die im aufgehübschten Vinatge-Herd geschickt Stauraum fanden, die Toilettenbürste, die in einer umfunktionierten Metallkanne stand, das Spülbecken in Form einer alten Schüssel oder einfach nur verschiedenste Bücher, die auf einzelnen vorstehenden Ziegeln an der Wand standen. Es schien, als hätte jedes einzelne Teil seine ganz eigene Geschichte.

Ein Gang durch den liebevoll gestalteten Garten war selbst bei Schneeregen ein reiner Genuss. Kleine Lauben, Laternen in den Bäumen, Blumen, die in jedes verfügbare Gefäß gepflanzt waren und mittendrin noch eine Gartensauna. Auf Wunsch steht sie ab Nachmittag den Gästen zur Verfügung, kostenfrei. Aber auch hier ist eine Sauna nicht bloß eine Sauna, nein. Davon habe ich mich eines Abends selbst überzeugt. Es war schon ein herrliches Gefühl, nur mit einem Handtuch bedeckt durch den Garten in Richtung Sauna zu huschen und dabei die kalten Schneeflocken auf der Haut zu fühlen. In der Gartensauna duftete es angenehm nach Apfeltee und Zimt und so wurde der Saunagang zu einem echten Wohlfühlerlebnis. Tee, Apfelsaft und selbst gebackene Kekse standen ebenfalls bereit und versüßten den kuscheligen Ruhebereich noch einmal. Entspannung pur. (Natürlich konnte ich dort keine Fotos machen).

Auch kulinarisch muss ich jetzt doch mal wieder über ein erstklassiges Restaurant schwärmen, das sogar zum ‚Weißt Du noch‘ gehört. Es liegt 5 km entfernt in Kühlungsborn Ost, direkt am Hafen – das ‚Vielmeer‘. Und selbst wenn ich nicht gewusst hätte, dass beide Objekte zusammengehören und von den gleichen Gastgebern betrieben werden – am liebevollen Stil hätte ich es sofort erkannt. Kleine Hortensientöpfe auf den Außentischen, eine Treppe, die abwechselnd mit Kerzen und Rosen in Vasen gesäumt ist und eine Speisekarte, die so lebenbejahend geschrieben ist, dass man sich einfach nur gut fühlen kann. Die Auswahl ist recht exklusiv, aber es ist für jeden etwas Köstliches dabei und natürlich auch bezahlbar. Mein Dessert (Charlie Brown) war wirklich zum Dahinschmelzen. Froozen Joghurt Eis an Schokoladenbrownie dazu Himbeersoße und bestäubt mit Puderzucker. Diese Kombination war der Hammer. Mein neues Lieblingsdessert. Das schöne Lebensgefühl dort verdankten wir aber auch einer perfekt abgestimmten Loungemusik – eine CD davon musste ich einfach mitnehmen, und immer wenn ich sie Zuhause höre (wie gerade jetzt 🙂 ) fühle ich mich so joghurtleicht wie damals im ‚Vielmeer‘ und im ‚Weißt Du noch‘.

Wir fühlten uns in diesen drei Tagen so wunderbar, so entspannt, so gut, wie ich es jedem Mensch nur wünschen kann. Und das verdanken wir Menschen, die ihren Traum mit jeder Faser ihres Körpers leben, die Orte erschaffen haben, die voller Glück sind. Auf die Frage an Frau Kaufke, ob sie es wieder tun würde, ob sie wieder so viel Arbeit und Geld in diesen Lebenstraum investieren würde, grinste sie nur. Ja ok, war ja auch eine rhetorische Frage: natürlich würde sie 🙂

http://www.ostseeurlaub-weisst-du-noch.de/