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Schmucke Witwe – Bispingen

‚Schmucke Witwe‘ – dieser Name brannte sich von Anfang an in mein Hotel-Herz. Wow, außergewöhnlich, pfiffig, verträumt, lebensfroh & kunterbunt – dieser Name ist einfach das reinste Gedicht, ebenso die ‚Schmucke Witwe‘ selbst, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn im ehemaligen Pfarr-Witwen-Haus, welches 2015 nach einem aufwendigen Umbau sowie einer tollen Fachwerksanierung in der Lüneburger Heide eröffnete, finden sich überall Gedichte des bekannten Hermann Löns wieder.

Und dass dieser die Lüneburger Heide innig liebte, ist nur allzu verständlich, denn Jahr für Jahr zieht sie bis heute die unterschiedlichsten Menschen in ihren Bann. Was liegt also näher, als ein schnuckeliges kleines, feines Hotel zu eröffnen, dachte sich Heike Hanstein und aus einem Traum wurde das pure Leben.

Ein Leben voller Geschichte, die in diesem Boutique-Hotel auf Moderne, Farbe und Liebe trifft. Ich bin sicher, der alten Pfarr-Witwe hätte es gefallen, vor allem, da sie nun Namensgeberin dieses Schmuckstücks im Herzen von Bispingen ist.

In insgesamt acht hübschen und hochwertig ausgestatteten Gästezimmern wird je ein Thema des eben erwähnten, beliebten Heide-Dichters Löns zum Leben erweckt, wie z.B. ‚über die Heide‘, Zimmer Nr. 1, welches wir für eine Nacht reserviert hatten. Gelb und Grautöne in Harmonie, dazu ein tolles Boxspringbett, ein großzügiger Schreibtisch und kleine Schokotäfelchen als Betthupferl. Könnte man sich als Gast wohler fühlen?

Aber das Highlight dieses Zimmers hab ich ja noch gar nicht erwähnt: es ist das Bad, welches offen vom Zimmer aus begehbar ist. Das Löns-Gedicht ist kunstvoll auf eine Tapete gedruckt, und wirkt wie ein fröhlicher Blumenstrauß. Und zu meiner großen Freude gab es sogar eine echte Blüte im Bad (was man leider in den wenigsten Hotels noch findet). Zur linken Seite geht man dann weiter in die Dusche, und dahinter schließt sich der WC-Bereich (natürlich abtrennt durch eine Tür) an. Ziemlich kunstvoll und eine äußerst schicke Idee. Man könnte auch sagen: ganz schön schmuck 😉

Für den kleinen Hunger (oder in meinem Fall auch großen Hunger) kann man abends hervorragend in eines der benachbarten Restaurants gehen, da die ‚Schmucke Witwe‘ ein garni Hotel ist. Und so ein abendlicher Spaziergang durch Bispingen ist absolut zu empfehlen, nicht zuletzt, um die ‚Schmucke Witwe‘ in all Ihrer Schönheit zu sehen, denn angestrahlt wirkt sie einfach nur bezaubernd.

Noch einen Tag vor unserer Anreise hatte ich nach Fachwerkhotels im Netz gestöbert und gehofft, etwas Feines zu finden. Doch dass ich längst eines der allerfeinsten Fachwerkhotels gebucht hatte, hatte ich gar nicht auf dem Schirm, sondern erst als wir davor standen. Von innen sind die einzelnen Fachwerkbalken akkurat freigelegt und aufgearbeitet worden, sodass man sich als Gast kaum entscheiden kann, wo man Platz nehmen möchte.

Zur rechten Seite im Erdgeschoss der ‚Schmucken Witwe‘ befindet sich der Frühstückssalon, der am Wochenende mit seinem süßen und feinen Buffet auch so manche Frühstücksgäste von außerhalb anlockt. Doch als Hotelgast hat man schon einen Tisch reserviert bekommen – ein toller Service. Und so möchte man am liebsten den ganzen Tag in diesem netten Café verbringen, zwischendurch eine Köstlichkeit vom Buffet nehmen, welches von Quittengelee über Käse und Lachsplatten bis hin zu frischem Rührei mit Schinken und Schnittlauch alles Leckere aufweist, was man gern mag. Frischer Obstsalat und Joghurt fehlten natürlich auch nicht.

Den heißen Tee vor mir, meinen Lieblingsmensch neben mir und Tomate Mozzarella in mir, fühlte ich mich einfach angekommen. Nach einiger Zeit fiel mir ein, dass die ‚Schmucke-Witwe‘ zu ihrer linken Seite im Erdgeschoss ja noch einen Dekoladen bietet, welchen ich natürlich auf gar keinen Fall verpassen durfte 😉 Also schlenderte ich von der einen zur anderen Seite und tauchte erstmal in eine Welt voller schöner Dinge ein. Da lag ein Picknickbuch mit feinen Rezepten, dort stand eine Holzpfeffermühle mit einem Holzherz drauf und da hinten hingen Leinenherzen an den Fenstern. Mein Bummel dauerte also etwas länger…

Und schon mussten wir auch weiter fahren, sonst wäre ich zu gern den ganzen Tag im Café geblieben, denn die unschlagbare Tortenauswahl stand schon in den Startlöchern für das Nachmittagsgeschäft. Vielleicht beim nächsten Mal, auf der Rückreise von Hamburg, denn Bispingen liegt schön zentral zur A7, das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

http://www.schmucke-witwe.de/