Menschen & Glück

Gespür für Glück – Buchtipp

Wenn dieses Buch keine Liebeserklärung an jeden Concierge & die Hotellerie ansich ist, dann weiß ich es auch nicht … Man ließt, träumt und ist einfach verzaubert. Von der Einfachheit, anderen Menschen ein Stück vom Glück zu schenken 🙂 Von der positiven Energie, die der Autor in jedem von uns mit diesem Roman freisetzt. Und vom Leben selbst, welches so einfach sein kann, wenn man nur mal nach links und rechts von sich blickt und handelt, anstatt wegzuschauen.

Aber von vorne – es ist die fiktive Geschichte von Monsieur Jean, einem in den Ruhestand verabschiedeten Concierge eines glamourösen und alteingesessenen Schweizer Grandhotels in Zürich. Die Geschichte eines Menschen, der sein Leben lang in einem kleinen Buch (=Cardex) all die Sonderwünsche und Vorlieben seiner Gäste festgehalten hat.

Ein Grand Hotel wäre ohne ihn kaum denkbar, schließlich ist ein Concierge der feine Unterschied, mit dem sich das Luxussegment abhebt. Diesen besonderen Service leisten sich leider nur noch die wenigsten Hotels – für Restaurantempfehlungen etc. befragt man heute als Gast schließlich das Smartphone (oder einen Roboter?). Wie gut, dass Thomas Montasser dieses Buch geschrieben hat. Die Hauptrolle fällt Monsieur Jean zu, dessen Lebenssinn auch im Ruhestand noch darin besteht, seine Mitmenschen ein klein wenig Gutes zu tun – da er ein untrügliches Gespür dafür hat, was sie glücklichen machen wird:

Da sind zum Beispiel zwei, seit Lebzeiten zerstrittene alte Damen (früher mal Freundinnen), eine stolzer als die andere, die beide in einer Hotelsuite logieren und niemals auf die Idee kämen, dem anderen auch nur eines Blickes zu würdigen. Was arrangiert also Monsieur Jean? Zwei Briefe – natürlich jeweils verfasst von der anderen, den Rest könnt Ihr Euch denken ….

Da ist die junge Mitarbeiterin im Hotelservice, die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass ihre Füße nicht mehr ewig brennen und schmerzen – wer hat den Tipp für den besten Schuhmacher der Stadt? Wer lotst sie hin? Wer übernimmt die Rechnung? Natürlich, Monsieur Jean.

Da ist die junge Frau, die sich in den Kopf gesetzt hat, ein Café-Bistro zu eröffnen, doch die Anfangsphase läuft so schlecht, dass die Insolvenz droht. Wer hat die rettende Idee? Wer sorgt für ein volles Haus und somit zur Existenzrettung? Ein rüstiger und bescheidener alter Herr namens Monsieur Jean.

All diese Menschen stehen nur stellvertretend für unsere Nächsten – egal ob Freunde, Familie, Nachbarn, Kollegen, Bekannte oder völlig Fremde. Jeder von ihnen trägt sein Päckchen mit sich. Der eine offener als der andere, doch mit ein klein wenig Interesse und Aufmerksamkeit könnte man manchmal die Chance haben, ihnen dabei zu helfen, das Päckchen an Gewicht zu reduzieren. Vielleicht sogar, es ganz los zu werden. Und selbst wenn nicht – ein kleines Lächeln kann demjenigen schon helfen, dem Tag etwas Positives abzugewinnen. Die frei werdende Energie auf beiden Seiten ist unbezahlbar. Eben ein Häppchen Glück (siehe Buchcover auf dem Titelbild) 🙂