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Belle Maison – Werbach

Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte und selbst geknipst hätte, würde ich glauben, die nachfolgenden Bilder wären verdammt gut konstruiert. Mit diesem feinen Häuschen, mitten im Nichts, in einem kleinen Ort namens Werbach in der Nähe von Tauberbischofsheim, hat Michaela Baumann nicht nur sich einen großen Herzenswunsch erfüllt – ihren Gästen auch und vor allem mir.

Belle Maison verdanke ich erst die Idee dieses Blogs! Es würde an Unterlassung grenzen, den Menschen da draußen nicht von solchen unendlich schönen, kleinen & liebevollen Hotels zu erzählen, vor allem weil man solche außergewöhnlichen Stücke nicht allzu oft in Deutschland findet. Wenn dieser Artikel also etwas zu herzzerreißend wird, seht es mir bitte nach, oder besser: besucht dieses TOP Hotel am besten sofort (und an die Männer: auch wenn es Euch im ersten Moment eine Spur zu rosa vorkommen mag, lest mal die Bewertungen der Geschäftsgäste, sogar diese kritisieren nur, dass sie nicht noch länger im Belle Maison bleiben konnten).

Aber hier ein paar Eindrücke meine Reise, kurz vor Weihnachten:

Zusammen mit den ersten Schneeflocken kamen wir am Spätnachmittag vor einer beeindruckenden Villa, am Hang gelegen, zum Stehen. „Das muss es sein“ – und den Kissen nach zu urteilen, die trotz winterlichen Temperaturen auf der Außenbank vorm Eingang hübsch drapiert lagen, waren wir hier genau richtig. Michaela Baumann erwartete uns bereits und brachte uns persönlich zu unserem Reich für die nächsten zwei Tage – das Familienzimmer (ein kleines Upgrade, da zu dieser Jahreszeit einfach nicht viel los war). Unser Glück, denn das Familienzimmer war mit seiner Holztreppe zum Dachausbau (der Schlafbereich für Kinder, wenn wir denn welche dabei gehabt hätten) ein echtes Highlight, genau wie jedes einzelne Zimmerdetail. Leinenherzen hingen in verschiedenen Größen an den Türen, manche Kissen waren sogar mit kleinen Filzbommeln liebevoll verziert und auch das Bad ließ keine Wünsche offen, ebenso der große Balkon.

Was mir besonders auffiel, dass alles, aber auch wirklich die letzte Ecke picobello sauber war. Man hätte gedankenlos vom Boden essen können.

Zum Abendessen machten wir uns zum fußläufig entfernten Italiener auf, da das Belle Maison als Garni Hotel nur Frühstück anbietet.

Aber was für ein Frühstück – frisch zubereitet ist selbstverständlich, aber die Darbietung auf der Buffetpräsentation in einem superfeinen, ich nenn´es mal Frühstückssalon, mit tollem Ausblick auf die großzügige Gartenfläche war ein echter Traum. Spätestens jetzt wollte man einfach nur noch einziehen. Frau Baumann setzte sich zu uns und zwei anderen Gästen, ebenfalls ein junges Pärchen, was völlig begeistert war, und erzählte uns ein wenig, wie dieser Hoteltraum eigentlich Wirklichkeit wurde:

Ursprünglich war das Belle Maison nämlich mal ein verkommener Wohnhaus-Rohbau, der nicht mehr weiter gebaut wurde und somit zum Verkauf stand. Nach dem sich Frau Baumann schon beim ersten Betreten Hals über Kopf verliebt hatte und ihr Hotel sich schon vorm inneren Auge zeichnete, bekundete sie natürlich Interesse am Kauf. Doch der Anbieter zog seine Verkaufsabsicht wieder zurück, weil sich seine Pläne geändert hatten. Monatelanges Warten, Bangen und Verhandeln brachten am Ende doch die großartige Nachricht am Telefon, die Familie Baumann im Urlaub erreichte, dass sie ihr „Traumhaus“ nun doch erwerben konnten. Und ich glaube, diesen Schritt haben sie niemals bereut. Der Glanz in Michaela Baumann´s Augen spricht auf jeden Fall seine eigene Sprache – voller Elan, Power und Glück hat sie zusammen mit ihrer Familie diesen Rohdiamanten geschliffen und in monatelanger Arbeit ein Schmuckstück kreiert, welches unbezahlbar ist. Weil es mit unendlich viel Liebe veredelt wurde.

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