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le petit déjeuner

Frühstück ist das neue Dinieren – nicht erst seit gestern 🙂 Warum? Weil´s gemütlich ist, ein entspannter Start in den Tag, gesund, kommunikativ, gut duftend und unglaublich lecker. Was heißt das für den Hotelier bzw. Gastronomen? Auftischen! Aber bitte nicht zu viel, Klasse anstatt Masse.

Wenn man zum ersten Mal in seinem Leben das riesen Frühstücksbuffet in einem großen Hotel sieht, meint man kurz, im Paradies zu sein. Man dreht drei Runden, und noch eine Vierte, weil man sich kaum entscheiden kann. Unzählige Brotsorten, Aufstriche, Eierspeisen, Müslikreationen, Quarksorten & Co. machen das Leben nicht unbedingt leichter (den Menschen übrigens auch nicht :-p).

Und auch die Biotonne, in der nach Abbau des Buffets so einiges landet, wird nicht leichter. Die Verschwendung wird nur größer. Muss das sein? Zugegeben, ein großes Hotel kann sich nicht den unglaublichen Zeitaufwand des Frühstückservices am Tisch leisten (also, dass jeder Gast sein persönlich ausgewähltes Frühstück an den Platz serviert bekommt). Ein kleines Hotel hingegen schon.

Diese kleinen Feinen lassen sich richtig was einfallen. Ob Frühstück auf Etageren, Schieferplatten oder in Mini-Buffet-Form, solange die Klassiker dabei sind und alle Speisen in bester Qualität (ich sage nur frisch geschnittener Obstsalat, oder selbst gebackener Kuchen) schweben die Gäste im 7. Himmel. Manche (kleine) Hotels bieten sogar eine Art Frühstücksmenü, mit täglich wechselndem „Hauptgang“. Wow.

Nicht die Menge allein macht das „wow“, sondern die Qualität und vor allem auch die Kreativität der Speisenauswahl und der Darbietung. Mehr als satt essen kann man sich schließlich nicht.

Daher wäre es einigermaßen pfiffig, gerade für große Hotels, sich nicht mit der unendlichen Vielfältigkeit übertreffen zu wollen, sondern mit liebevollen Details auf dem Buffet:

  • hübsche Platten oder das Präsentieren dieser auf unterschiedlichen Höhenstufen
  • kleine Schilder mit Wünschen für einen schönen Start in den Tag
  • täglich ein wechselndes Highlight (nicht alle Highlights täglich vorhalten)
  • mehr Mut zu neuen Produkten (am besten regional), als Ergänzung zu den Klassikern
  • Fotos & Geschichten von regionalen Lieferanten (am jeweiligen Produkt)
  • kleinere Platten (erfordert natürlich einen öfteren Austausch, aber vermeidet dafür unnötiges Vernichten nach Abbau), die auch für den Gast appetitlicher aussehen
  • echte Klassiker in Bestform: z.B. normal große (Schoko-) Croissants, die man frisch vom Bäcker bekommt ansatt der Mini-Gastro-Variante

Und noch ein kleiner Tipp für die Großen: Business Gäste mögen es lieber kurz & knackig, d.h. ein Frühstück für um die 10 € wäre schön z.B. ein kleines! Buffet. Damit aber auch die Leisure Gäste nicht zu kurz kommen, die sich bereits auf ein ausgiebiges Frühstück freuen und auch gern bereits sind, dafür mehr als 10 € auszugeben: das „kleine“ Buffet kann ja zur späterer Stunde (z.B. ab 9 Uhr) noch auf ein großes Buffet erweitert werden, wodurch es eben teurer wird. Oder man bietet zusätzliche Spezialitäten für bekennende Frühstücksfans a-la-carte an. Somit wird man (fast) jedem Frühstückstyp & Budget gerecht.

Sollte man es schaffen, doch ganz auf ein Buffet verzichten zu können, kann das noch einen weiteren Vorteil haben: man kann deutlich länger Frühstück anbieten! Denn ein Buffet muss irgendwann abgebaut werden, Frühstück à-la-minute geht dagegen fast immer (auch nachmittags noch). Und da viele Gäste gern auch mal spät frühstücken (ohne abgehetzt ins Café oder Hotel zukommen, da sie befürchten, gleich die Frühstückszeit verpasst zu haben) lässt sich hier prima weiterer Umsatz mitnehmen (vorausgesetzt die Küche ist durch das Mittagsgeschäft ohnehin besetzt).

Wie dem auch sei: das Frühstück hat die größtmögliche Beachtung verdient – Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden 🙂